Solaranlage für einen 95er Chevy G20 Van Hightop

Bei dem Patienten handelte es sich um einen 25 Jahre alten Chevrolet G20 Van mit Luxus Starcraft Ausstattung der von Werk aus schon ein Solarsystem und Zweitbatterie verbaut hatte. In dem Fahrzeug befand sich serienmäßig TV, Video, CD, Sat, Interiorbeleuchtung, Standheizung zusätzlich eine 12 Volt Kaffeemaschine, Alarmanlage, Radio etc. Lauter kleine Stromfresser die sich im Stand summieren 😉

Keine Fotobeschreibung verfügbar.

Nach 25 Jahren lies trotz kürzlich erneuerter Batterie die Solarleistung stetig nach. Im Sommer funktionierte die Anlage einigermaßen, jedoch wurde im Winter bei langer Standzeit trotz Lichteinstrahlung sogar die Starterbatterie leer gezogen. Auch im Sommer konnte die Kaffeemaschine nur kurz betrieben werden, danach brach die Spannung ein.

Chevy G20 mit 120 Watt Polykristallinen Solarmodul auf dem Hightop
G20 Starcraft mit 25 Jahre altem 120 Watt Polykristallinen Solarmodul

Nach einer ersten Prüfung stellte sich heraus, dass das Polykristalline Solarmodul nach 25 Jahren keine Leistung mehr brachte und intern beschädigt war. Dadurch wurde ohne Sonneneneinstrahlung Energie aus der Batterie gezogen, was diese leider ebenfalls Beschädigte. Weiterhin war der Lastausgang des verbauten Steca Solarregler defekt.

Anforderungen an die Solaranlage:

  • mehr Ladeleistung vor allem im Winter um auch nach längeren Standzeiten, das Fahrzeug starten zu können und die Standheizung zu verwenden
  • vorhandene elektrische Einrichtungen weiter verwenden
  • wenig Platz, da große Dachbox
  • Günstiges Ersatzsystem, da 12 Volt Kaffeemaschine vorhanden und kein großer Inverter für klassische 220 Volt Maschine notwendig.

Verbaut wurden folgende Teile:

  • Dokio Monokristallines 150 Watt Solarmodul (da schon ein Solarträgersystem in Kombination mit der Dachreling vorhanden war, konnten wir nicht auf unsere bewährten Auto.Solar Module zurückgreifen, sondern haben ein von den Abmaßen (fast) perfekt passendes Solarmodul bei Amazon beschafft. )
  • Weiterhin wurde ein 20 Ampere MPPT Solarregler verbaut, der vor allem im Winter bei wenig Sonneneinstrahlung mehr Leistung aus dem 150 Watt Modul rausholt. (Es wurde sicherheitshalber ein 20 Ampere Regler verbaut obwohl ein 10 Ampere MPPT Regler die im seltenen Idealfall 12,5 A verfügbaren Ampere vermutlich auch sicher hätte regeln können ohne frühzeitigen Verschleiß)
  • Da nur ein kleiner 300 Watt Inverter (zum Laden von Notebooks) betrieben werden sollte, wurde die vorhandene AGM Batterie reanimiert und unter dem Fahrzeug belassen. Wenn diese dann defekt ist wird sie sicher gegen eine LiFePo4 ersetzt.
Chevy G20 ohne Solaranlage
Chevy G20 mit demontierten Solarmodul

Bei der Solarmodulauswahl war es wichtig, dass die vorhandenen Abmaße nicht überschritten werden, da das Modul von unten kaum sichtbar zwischen der Dachrehling verbaut war. Ein möglichst leistungsfähiges von den Abmaßen passendes Modul zu finden war gar nicht so einfach. Auf dem nachfolgenden Bild sieht man links das bläulich schimmernde alte Polykristalline 120 Watt Solarmodul (was vermutlich nie auch nur 80 Watt geliefert hat und bei Ausbau maximal 10 Watt) optisch von außen unbeschädigt. Auf der rechten Seite das neue 150 Watt Monokristalline Solarmodul was von den Abmaßen sogar noch deutlich kleiner war und im ersten Test tatsächlich 140 Watt geliefert hat.

Vergleich Monokristallines Solarmodul vs. Polykristallines Solarmodul
Links bläulich schimmerndes Monokristallines 120 Watt Solarmodul, rechts fast schwarzes 150 Watt Monokristallines Solarmodul

Bei 25 Jahren alten Modulen macht es fast immer Sinn diese auszutauschen, auch wenn sie nicht sichtbar defekt sind. Die ersten Generationen waren nicht so robust gebaut und gerade bei den, bei Fahrzeugen üblichen Vibrationen bilden sich tausende Mikrorisse, welche die reale Leistung über die Jahre minimieren. Ca. 15 Jahre alte Solarmodule unterscheiden sich kaum von ganz neuen Modulen, da sich technisch nicht viel verbessert hat und liefern zuverlässig Leistung. Ein Durchmessen macht auf jeden Fall immer Sinn.

Der Vorteil der neuen Module ist, dass auf weniger Fläche meist real 30% mehr Leistung verbaut werden kann. Gerade bei kleinen Fahrzeugen wo fast immer wenig Platz auf dem Dach ist, macht es Sinn in Monokristalline Solarmodule zu investieren und die maximal verbaubare Leistung auch zu verbauen. Zumal auch der Preis im Verhältnis zur Wattzahl sinkt.

Nach dem Verbauen kann man optisch kaum einen Unterschied der Module erkennen. Von unten ist das Modul praktisch nicht sichtbar und auf dem Dach fällt nur die dunklere Farbe auf und etwas mehr Platz an den Seiten.

Chevy G20 mit 150 Watt Monokristallinen Solarmodul
G20 Starcraft mit neuem 150 Watt Monokristallinen Solarmodul
Chevy G20 mit 150 Watt Monokristallinen Solarmodul
G20 Starcraft mit neuem 150 Watt Monokristallinen Solarmodul

Die Nutzung ist ein himmelweiter Unterschied. Bei Sonneneinstrahlung kann ohne Probleme die Kühlbox ganztägig betrieben werden, da genug Leistung zur Verfügung steht für das Laden der (noch alten regenerierten) Batterie. Die alte Batterie kann über Nacht die Standheizung und bei mäßigen Temperaturen die Kühlbox betreiben und ist am Morgen ca. bis 30% entleert, lädt sich aber innerhalb eines Tages wieder voll auf. Lange wird die Batterie bei der tiefen Entladung natürlich nicht mehr halten, aber eine LiFePo4 Batterie ist immer eine große Investition die wohl überlegt sein sollte. (Außerdem sind Blei, Gel-Batterien eine enorme Belastung für die Umwelt und sollten schon deshalb möglichst lange verwendet werden, aber danach nie wieder gekauft werden 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert